Archiv für die Kategorie „Erfahrungen“

Der Schlüssel zum Herzen der Menschen wird nie unsere Klugheit, sondern immer unsere Liebe sein
(Hermann von Bezzel)

Diesen Spruch, den ich gestern beim Mittagessen gelesen habe, hätte ich vor kurzem so noch nicht zustimmen können. Schon früh werden wir auf Leistung und Status trainiert, mit anderen verglichen (das Kind der Nachbarin ist besser in Mathe) und so geht es weiter bis ins hohe Alter.
Wer klug ist und Leistung erbringt, verdient Anerkennung und Aufnmerksamkeit.  Ist diese Aufmerksamkeit gleichzusetzen mit Liebe?Ist Liebe mit Leistung zu erreichen?
Ich selber bezeichne mich nun nicht als besonders klug, bewandert, inbtelligent oder besonders bewandert. Was mein Kopf nicht weiß, beantworte ich mit meinem Herzen. Es zeigt mir einen Weg, der mir Glück und auch Liebe zeigt, der Weg, den ICH gehen kann, um lieben zu können, geliebt zu werden, Freude zu empfinden.
LIEBEN fühlen durch Liebe geben und annehmen?
LIEBENswert durch das, was ich BIN? gerade deshalb!!
Ich LIEBE und lerne immer dazu. Das is der Schlüssel.
ICH
DU

Die Hälfte der Rehazeit ist schon wieder um. Die Zeit fliegt und obwohl ich hier viel Zeit mit Therapien und anderen Aktivitäten verbringe habe ich dennoch auch viel Zeit für mich alleine. Ich merke, wie dieser Bewegungs-Ruhe-Rhythmus gut tut, mein Körper fühlt sich gesund und fit, viel Stress der letzten Monate fällt langsam ab und macht neuen Ideen Platz.
Neben schwimmen, Ergotherapie, Physiotherapie, Haushaltstraining, kreativen Gruppen, Krafttraining usw bleibt immer wieder Zeit für einen kurzen Plausch zwischendurch. Viele Geschichten gibt es, angefangen von den verschiedensten Schicksalsschlägen, die in diese Reha geführt haben bis hin zu verschiedenen Alltagsgeschichten aus dem Leben. Dabei kommt es auch oft vor, dass mir Sachen gesagt werden, wie ICH das Leben am sichersten meistern kann, wie dieses oder jenes sein sollte, um zb eine erfüllte Partnerschaft zuhaben, zufrieden zu leben oder sogar auch, was ich mit meinem Körper mache.
Ich habe hier schon mal etwas über den Begriff NORMAL geschrieben. Es ist schade, dass es anscheinend für viele nur diesen einzigen richtigen Weg gibt,um jemand bestimmter zu sein..nicht für mich sondern für andere.
Die letzten Jahre habe ich viel gemacht, was sich für MICH gut angefühlt hat. Auch, wenn ich andere um Rat gefraggt habe, entschieden habe doch ich. Dadurch hab ich mehr und mehr begonnen, mich wahrzunehmen und nach meinen Regeln zu leben. Dieses Selbstbewusstsein, dieses Leben ganz selbstverständlich zu erleben wächst immer mehr und Hindernisse lassen sich auch leichter nehmen.
Ich sehe, was ich alles KANN, obwohl mir oft gesagt wurde „Das kannst du nicht“
Ich lerne eigene Wege zu gehen, auch wenn sie vielleicht etwas beschwerlicher erscheinen.
Ich achte auf meine Gefühle, auchwen sie nicht immer „logisch“ erscheinen, welches Gefühl ist das?
und: wenn ich wieder mal Ungeduld, Zweifel, Trauer, Wut auf mich selbst oder andere empfinde, dann versuche ich nicht mehr zu verdrängen und nehme mir die Zeit, zu sehen, was ist und warum.
Hier in diesen Wochen hier in dieser Klinik merke ich, wie viel Möglichkeiten ich habe in diesen Leben, auch oder gerade wegen gewisser Einschränkungen. Das erfüllt auch mit einer Dankbarkeit und Demut gegenüber dem Leben.

Entspannen

Loslassen

Ruhen

Nachdenken

Genießen

Im Einklang mit Geist und Körper

Kräfte tanken

Zeit für mich

Beschleunigen

Aktiv sein

In Bewegung sein

Genießen

In der Kraft sein

Gesund fühlen

Beides ist sehr sehr wichtig, ich spüre, dass mein Körper die Ruhephasen genauso braucht, wie das aktiv sein: ob es nun durch Sport ist oder einfach ein Bild malen. Ich spüre meine Kraft, indem ich einen gesunden Ausgleich schaffe und in beiden Phasen meine ganze Aufmerksamkeit auf mich richte. Hier in der Reha hab ich beides und auch schon einige sehr wirksame entspannende Übungen/Situationen erfahren.
Ich finde es doch sehr schade, immer wieder von anderen zu hören, dass sie nicht entspannen können, weil sie keine Zeit haben oder nicht abschalten können. In den letzten Monaten hatte ich sehr viel Stress wegen Umzug und war auch sonst viel unterwegs. Auch, wenn es positiver Stress war, ich war oft sehr müde und hab mir am Tag immer ein paar Minuten nur für mich gegönnt. Ich bin froh und dankbar, diese Fähigkeit zu haben.

Hier mal einige Dinge, die mich sehr entspannen:

–          auf meinem Sofa liegen vorm Fernseher: und nun werden einige Leser hier gleich aufschreien *lach* denn je einfacher oder gar anspruchsloser die Sachen sind, die nebenher im TV laufen, desto mehr entspanne ich mich, denke nicht, döse einfach friedlich ein J

–          auf einem gemütlichen Platz sitzen und dem Vogelgezwitscher, dem Wind, dem Bach, dem Regen oder einfach nur dem eigenen Atem zu lauschen. Hier breitet sich eine friedliche Stille in mir aus. Noch schöner ist es, diese Erlebnisse auch zu teilen.

–          Medidationen gehören jetzt zwar nicht zu den Dingen, die ich oft mache, dennoch lasse ich mich ab und an gerne entführen auf Reisen durch meinen Körper oder in schöne Landschaften. Ich gebs zu, ich entspanne mich meistens so sehr, dass ich gleich ganz weg bin :-)Eine besonders schöne Art dieser Entspannungen bietet das Ultramind-Training bei Gaba, welches ich schon 2mal bei ihr erleben durfte. Eine tiefe Entspannung auf der Alphaebene, die wirklich sehr effektiv ist und die mich auch schon sehr viel Gelassenheit und Vertrauen in die eigene Intuition gelehrt hat.

–          Etwas ganz Tolles hab ich nun in der Reha kennengelernt: Wassershiatsu. Hier habe ich ein ganz neues Gefühl von Vertrauen und Entspannung erlebt, getragen zu werden vom Wasser, behutsam gehalten zu werden. Ich habe selten so ein großes Vertrauen zum Wasser gespürt, das Loslassen kam von ganz alleine.

–          Lesen: gut, das kommt im Moment etwas zu kurz

–          Mit einem lieben Menschen zusammen zu sein

–          Massagen, am liebsten mit duftenden Ölen: was gibt es Schöneres, als verwöhnt zu werden und dann auch noch wohltuende Düfte einzuatmen und zu riechen, die Verbundenheit zu spüren bei dem, der massiert und massiert wird. Ich gebs zu, ich bin massagesüchtig gggg. Eine wunderbare Erfahrung ist die Raindrop Aromaanwendung. Durch Farben und Düfte werden u.a auch die Selbstheilungskräfte von Körper und Geist aktiviert und es ist ein unvergessliches Erlebnis. Hier bei Elisabeth kannst du dich selbst davon überzeugen.

–          Usw usw

Und wie entspannst du dich?;)

Was andere sagen
kann schon manchmal plagen
wenn du total im Zwiespalt bist
und nicht weißt, welcher Weg der Richtige ist
folgst du einem Rat oder deinem Gefühl
beides scheint gut, nun ist die Frage, was ICH will und fühl.

 Herz sprich zu mir und zeige mir, wohin du mich leitest
von  dir getragen, von deiner sanften Stimme begleitet.
Lass nicht an dir ziehen und zehren, sondern höre einfach nur zu.
Die Antwort auf deine Fragen, die kennst am Besten DU
(Babsi)

Manchmal ist es gut, sich Meinungen und Ideen und Anregungen von Außen zu holen, von Menschen, denen man vertraut, die schon viel Erfahrung haben und die es gut mit uns meinen(?) Doch dann gibt es wieder Momente, da weiß nur ich, wie es weitergeht, mein bester Führer ist mein innerer Kompass, meine Herzensstimme, die mich führt und zu mir spricht. Lasse es zu, mache sie lauter und heller, wenn das Außen zu viel wird. Blicke aus mehreren Winkeln und fühle, was in dir vorgeht…ist da mehr Liebe oder Angst? Wer ist betroffen von deiner Entscheidung?
Gehe in dich…..mit Ruhe und mit Liebe, auch zu dir

Unter unscheinbarer Oberfläche
siehst du das Schimmern einer Perle
Augen sehen, Herzen fühlen
ganz tief hinein.
Wenn das Herz sieht verschmilzt das Außen mit dem Inneren
es entsteht vor deinen Augen
der wahre einzigartige Mensch vor dir….

Und wir sehen, was uns wirklich ausmacht. Das, was im Außen gesehen wird, was wir mit den AUGEN sehen und wahrnehmen wird erst durch das Sehen des Herzens vollkommen. Plötzlich siehst du die Perle, den wahren Schatz, der DICH ausmacht, wenn du nur tief in dich gehst. Und es auch zulässt, dass andere diesen Schatz sehen. Trage ihn in dir.

“Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar“

Ich habe mich lange nicht mit meinem Äußeren anfreunden können. Denn ich sah nur das, was mich von anderen unterschied, mich von ihnen distanzierte. Egal, ob ich mich vorm Spiegel zurecht gemacht habe, mich geschmibkt und hübsch angezogen habe..ich sah ein Gesamtpaket, das es nicht wert war, geöffnet zu werden. Umso schöner war und ist es, Menschen zu begegnen, die dieses MEHR spüren, etwas, was erst auf weiteren Blicken wahrnehmbar wird. Die die Perle in mir entdeckt haben und sie MIR, wie einen Spiegel, vorgehalten haben, liebevoll, sanft und bestimmt: DAS BIST DU!
Bin ich jetzt schön? Nein, das bin ich nicht, dennoch bin ich mehr, als das, was Augen sehen. Und das bist auch DU. Spüre und finde diesen Schatz in dir, lass die Welt daran teilhaben, dass in DU – genau DU- wertvoll bist

Ich danke diesen Menschen, die mir diesen Schatz gezeigt haben.

Als Schwelle zu etwas
was völlig neu ist
fremd und unberechenbar
steht sie offen mit einem Schild:
„Tritt ein, in eine neue Welt“
Du kannst wählen,
wie weit du diese Türe öffnest
oder noch zulassen möchtest.
Einen Blick durch den Türspalt, was sein KÖNNTE
hast du schon erhascht
Umgeben von neuen Farben.
einem neuen neuen Duft des Lebens
lockend und verführend.
Du kannst mitnehmen
was du möchtest
aus deiner alten Welt
die immer ein Teil in dir sein wird
Du hast den Schlüssel
(Babsi)

Manchmal kommt man zu so einer Türe
Diese Türschwelle ist der Anfang von etwas Anderem. Noch stehe ich davor und gehe zaghaften Schrittes. Vieles, das einfach da ist und angenommen werden möchte, um in meinem Herzen Platz zu finden. Veränderungen rücken immer näher und näher, begleitet von Freude und etwas Angst..einem Kribbeln. So viel wartet. Meine innere Stimme spricht undflüstert: VERTRAUE DIR!Denn DU bist dein bester Kompass. Was du auch zurückläßt, deine Liebe in dir bleibt da und wird stärker und stärker werden, auch hinter dieser Türe in der Unbekanntes aber auch Schönes passiert, alte Sicherheiten gehen und neue kommen. Gefühle werden sich entwirren und Klarheiten bringen.
Vertraue dir und spüre die Kraft, dass du auch das Neue schaffst

Einfach gehen
sich dem Leben hingeben
im Einklang mit sich und UMgebung sein
eintauchen,
neue Welten erforschen
JETZT ist die Zeit
JETZT bist du da
(Babsi)

Gerade jetzt, wo die Natur erwacht und die Sonne wieder ihre Kraft und Wärme zeigt, gehe ich sehr gern spazieren. Früher habe ich das eher seltener gemacht. Es war (Und ist noch immer) sehr anstrengend, länger zu gehen und besonders, wenn unter der Woche noch Pflichten, wie Schuke oder Uni warteten und meine gesamte Energie dafür draufging. Spazierengehen (Oder gar einen Berg besteigen) habe ich nie mit Entspannung in Verbindung genracht. Dann vor ca  1 1/2 Jahren in der Reha sah ich plötzlich die Umgebung mit anderen Augen, nahm das Grün der Bäume, das Rauschen des Windes, das Singen der Vögel noch intensivver wahr.
Ich begann zu gehen, immer weiter und konzentrierte mich auf alles, was um mich geschah. Meine Augen öffneten sich mehr und mehr für die WUNDERbaren Geschenke, die uns gegeben werden.
Nun erkunde ich gerne diese schönen grünen Gegenden von Feldern, Wäldern oder auch Seen. Dabei geht es mal geradeaus auf ebenen Wegen, auf denen ich locker herumspringe und schneller unterwegs bin. Dann geht es etwas bergauf, die Schritte werden langsamer, trotz etwas Mühen gehe ich weiter , immer den Blick zu meinem nächsten Ziel gerichtet. Achte auf meinen Körper und mache auch Pausen, schaue mich um, was oder wer nun meinen Weg kreuzt, sauge den natürlichen Duft der Blüten ein, das alles ist für mich, für dich, uns alle.
Manchmal kommt ein unebener Boden, da ist besondere Achtsamkeit gefragt beim Setzen des nächsten Schrittes ABER auch mal spontanen Ideen ausprobieren, wie zb einer plötzlichen Regung folgend über ein kleines Hindernis zu springen, auf einen Baumstamm zu klettern oder auch mal bewußt schwere passiierbare Stellen aufzusuchen.
So ist das Leben. Ein Weg, der mal eben, mal steiler, mal holprig ist und voller Überraschungen. Selbst, wenn man gewisse Wege schon ewig geht. Bewußt lasse ich mir Zeit, erlaube mir, auch mal Pause zu machen, um mir bzw meinem Körper etwas Ruhe zu gönnen und akzeptieren, dass mein Körper besonders ist (wie jeder andere auch) Ich gehe eben mein Tempo, auf meine Art, auf den Weg, den ICH bestimmen kann und auf dem ich immer wieder Neues entdecke mit neuen und alten Begegnungen. Ich genieße es, dass ich diese Möglichkeit habe und auch leben kann. Dass ich auch sagen DARF wie weit und lang ich gehen KANN.
Einfach nur ins Leben hineingehen….und mich spüren.

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